Die LÜBECKER MUSEEN haben wieder geöffnet

Liebe Besucher:innen,

die LÜBECKER MUSEEN haben ihre Türen für Sie geöffnet! Ihnen, liebe Besucher:innen, die sichere Teilhabe an den kulturellen Schätzen der Stadt Lübeck in unseren Museen zu ermöglichen, ist uns ein wichtiges Anliegen. 

Der Besuch unserer Museen und Ausstellungen ist nur für nachweislich getestete, geimpfte oder genesene Personen möglich. Selbsttests dürfen wir nicht anerkennen. Ausgenommen von der Testpflicht sind Kinder unter 7 Jahren sowie minderjährige Schülerinnen und Schüler, die nachweislich regulär zweimal pro Woche in der Schule getestet werden.

Besucher:innen die das 16. Lebensjahr vollendet haben, bitten wir ihre Identität mittels eines gültigen amtlichen Lichtbildausweises nachzuweisen.

Die Pflicht zur Kontaktdatenerfassung, sowie zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung entfällt.

Wir empfehlen Ihnen, zu anderen Besucher:innenn und Museumsmitarbeiter:innen weiterhin einen Mindestabstand von 1,5 Metern einzuhalten. Eine Verpflichtung dazu gibt es aber nicht mehr.

Bitte befolgen Sie weiterhin die bekannten, vor Ort nochmals ausgeschilderten Hygienevorschriften.

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Angst kommt vor dem Schrei

23.03.2021 Bis 27.06.2021

 2-Kanal Audio-Installation und digital bearbeitete Zeichnungen von Ute Friederike Jürß
Gedicht von Feridun Zaimoglu, gesprochen von F. Z. und U. F. J.
Ein Raum, ein Gedicht, zwei künstliche Figuren, zwei Situationen – zeitgleich.
Zu hören sind eine weibliche und eine männliche Stimme. Gesprochen wird in der schonungslos analytischen Sprache der Lyrik. Es ist die Sprache der Bilder, mit Worten, die provozieren.
Auf der einen Seite ist die Angst in der Stimme der Esther, gespeist aus den Erfahrungen des Krieges, der brutalen Flucht, des verlassenen Lebens, dessen Ruinen schon kaum mehr existieren. Da sind die sprechenden Erinnerungen, die nicht nachlassen, die grausamen, die sich plötzlich dazwischen schieben, die nie aufhören zu schmerzen und auch die schönen, die der Sehnsucht gehören. Dazu kommt die Ankunft im Neuen, im Jetzt, willkommen und unwillkommen an ein und demselben Ort.
Auf der anderen Seite ist eine anonyme männliche Stimme, die hetzt, selbst verhetzt ist, hasst, die die Angst anderer benutzt, sie instrumentalisiert, um die Gesellschaft zu spalten. Zu hören sind die wiederholten Begriffe aus rassistischer, mordender Vergangenheit, wach gehalten in eingebildeter Macht. Die Worte zeichnen ihre gefährlichen Spuren.
Die Zeichnungen
24 digital-fotografisch bearbeitete Zeichnungen liegen ausgebreitet im Raum. Sie waren die skizzenhafte Arbeitsgrundlage des kreativen Austauschs zwischen dem Autor und mir, unser Kommunikationswerkzeug, entstanden im Arbeitsprozess als die Lyrik das Wort bekam.
Zu Besuch im Behnhaus
Gast im Museum Behnhaus zu sein bedeutet, die Gegenwart und die Vergangenheit zusammenzubringen. Angst und ihre Instrumentalisierung sind zeitübergreifende Themen, die sich in allen Epochen wiederfinden. Dies wird in der künstlerischen Intervention Angst kommt vor dem Schrei hörbar und sichtbar. Die zukünftige Vergangenheit ist in der Gegenwartsform zu Besuch.

Angst kommt vor dem Schrei wurde gefördert durch das Schleswig-Holsteinische Ministerium für Kultur, sowie die Friedrich Bluhme und Else Jebsen Stiftung, die von Keller Stiftung und durch den Fachbereich Kultur der Hansestadt Lübeck.
Dafür ganz herzlichen Dank! 

© U. F. Jürß