Erich Klahn

Ulenspiegel

07.02.2015 bis 19.04.2015

Über die Ausstellung wurde bereits im Vorfeld kontrovers berichtet. Es ging dabei um Klahns politische Positionierung in den 1920er Jahren und während der NS-Zeit. Katalog und einführender Saaltext setzen sich mit der Frage, wer Erich Klahn war, auseinander. Die Ausstellung ist Klahns umfangreichsten bildkünstlerischen Werk, den Aquarellen zu Charles de Costers Ulenspiegel, gewidmet. Erich Klahn schuf über mehrere Jahrzehnte in zwei Schaffensphasen (1935-1947 und 1977-1978) 1312 Aquarelle zu dieser literarischen Vorlage des 19. Jahrhunderts. Der Belgier Charles de Coster, Sohn eines Flamen und einer Wallonin, hatte in seinen 1867 veröffentlichten Ulenspiegelroman Teile der aus dem Mittelalter überlieferten Geschichten Till Eulenspiegels übernommen. Doch ließ er seinen Ulenspiegel im Flandern des 16. Jahrhunderts im 80-jährigen Krieg der Niederländer gegen die Spanier auftreten. Er beschreibt Ulenspiegels Kampf für die Freiheit und Menschlichekit gegen die Schreckensherrschaft der spanischen Inquisition, gegen das System der Denunziation, Verfolgung, Folter und Hinrichtung. Klahns Aquarelle zum Ulenspiegel sind ein ungewöhnliches zeichnerisches Œuvre höchster Qualität mit vielfältigen Vernetzungen in die Kunst- und Zeitgeschichte. Rund 300 Aquarelle zum Ulenspiegel und zeichnerische Vorarbeiten werden gezeigt, ergänzt durch thematisch zugehörige großformatige Arbeiten des Künstlers. Zur Ausstellung erscheint ein reich illustrierter Katalog mit Beiträgen von Birgit Dablajewa, Diana Maria Friz, Johanna Hummel und Hellmut Th. Seemann. Er ist für 19,95 EUR erhältlich. Zudem wird erstmals eine vierbändige Gesamtausgabe aller 1312 Aquarelle publiziert. Sie ist für 199 EUR erhältlich.

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